Teil 4/1
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Das Leben als Spiel?

Scientology befaßt sich mit dem Leben in seiner Funktion, nicht mit seinen Formen oder Strukturen. Sie zeigt die Verwicklungen eines Individuums in diesem Spiel, genannt Leben.

In den Verfahren von Scientology geht es darum, die Fähigkeiten in diesem Spiel zu erhöhen, zunächst einmal ein Bewußtsein darüber zu erlangen, daß da ein Spiel läuft, dann das Ausmaß dieses Spiels zu ergründen, die eigenen Verwicklungen und die der Mitspieler und Gegner festzustellen, sowie die Störfaktoren zu erkennen, die uns davon abhalten, dieses Spiel überhaupt zu spielen und letztlich zu gewinnen.

Dazu ist es notwendig, die Bestandteile eines Spiels genauer zu untersuchen.

Bei genauer Betrachtung ist ersichtlich, daß ein Spiel aus Freiheiten, Barrieren und Absichten besteht. Diese Aussage ist wohl für jedes Spiel zutreffend. Bezieht man sie auf ein Fußballspiel, gibt es die Freiheiten der Spieler dieses Spiel zu spielen, oder auch nicht. Wir haben die Freiheit der Zuschauer dieses Spiel zu beobachten. Ebenfalls gibt ein Ziel. Als Barrieren sieht man die Begrenzung des Spielfeldes, die Begrenzung durch Regeln und die Durchsetzung von Strafen, wenn gegen die Regeln verstoßen wird. Das Tor ist eine Barriere, nicht zu groß, nicht zu klein. Manchmal findet man heraus, daß die Barrieren eines Spieles wichtiger sind als die Spieler selbst. Bei einem Fußballspiel kann ein Spieler ersetzt werden. Das Spiel würde jedoch sofort zum Stoppen kommen, würde ein Tor plötzlich umkippen oder der Ball im Publikum verschwinden.

Es gäbe kein Spiel ohne Barrieren.

Der Ball hat das richtige Gewicht und den richtigen Druck.

Die Anzahl der Spieler und deren Aufgabe ist bekannt.

Die Absichten der Gegner ist bekannt. Jede Seite versucht den Preis zu gewinnen. Ein Spiel ohne Preis ist kein Spiel, ob dieser Preis nun ist, "der Bessere" zu sein, Anerkennung zu erlangen, oder einen Pokal zu gewinnen.

Ein Spiel muß die Intelligenz des Spielers herausfordern. Er will sich verbessern können. Wenn es zu einfach ist, wird es langweilig. Man denkt sich neue Regeln aus und das Spiel wird komplexer. Es werden Unparteiische herangezogen, die über die Einhaltung der Spielregeln wachen und die Verstöße bestrafen. Diese Schiedsrichter werden ebenfalls von den Spielern anerkannt.

Was ist die grundlegende Motivation für ein Spiel? Ist es Geld? Anerkennung? Ist es für Profifußballer der Zwang, Geld verdienen zu müssen? Im Wesentlichen ist es doch wohl die Freude am Spiel, Spaß haben zu wollen, seine Fähigkeiten zu nutzen. Es ist das Verlangen nach Aktion, Herausforderung, das Spiel zu erfahren, was letztlich unter dem Oberbegriff "Vergnügen" zusammengefaßt werden kann.

Es gibt einen Näherungswert um festzustellen, wann ein Spiel Spaß macht und wann nicht. Es muß ausgewogen sein. Es muß für die Spieler eine Möglichkeit geben innerhalb dieses Spiels etwas zu beginnen, zu verändern und zu anzuhalten. Man sollte die Chance haben zu gewinnen.

Die Spieler sind sich darüber im Klaren, daß ein Spiel läuft und vor allen Dingen, daß sie sich in einem Spiel befinden.

Es gibt Rechte, die jeder Spieler haben sollte. Hubbard bezeichnet diese als "das Recht auf die eigene geistige Gesundheit und das Recht ein Spiel zu verlassen".

Das Leben wird in diesem Zusammenhang kaum als ein Spiel betrachtet. Die Barrieren sind zu mächtig. Freiheiten, Barrieren und Absichten sind nicht einmal bekannt. Es scheint als wäre der Ball eine Eisenkugel. Die Spieler laufen in einer Eisenrüstung über das Spielfeld, ohne es überhaupt überblicken zu können. Es ist nicht einmal bekannt wo sich das Tor befindet. Mitspieler und Gegner sind nicht bekannt. Es ist nicht bekannt - oder es wird vage darüber spekuliert - wer dieses Spiel überhaupt erfunden hat. Was ist der Gewinn?

Vielen ist dieses Spiel eine Last. Sie würden lieber aussteigen, wenn sie könnten. Ganze Religionen haben sich um diesen Aussteigerwunsch herum gebildet. Es scheint, als wäre das Spielfeld zu einem Gefängnis geworden.

Dieses Spiel kann man scheinbar nur durch den Tod verlassen - und je nach Bewußtsein eines Menschen nicht einmal dann, denn die Religionen bieten auch für das Leben nach dem Tode Alternativen - den Himmel, das Paradies, Nirwana, die Hölle, das Fegefeuer, Wiedergeburt und so weiter. Man hat auch hier keine Wahl. Der Gläubige kann nicht einmal entscheiden, ob er überhaupt dort hin will oder nicht. Er kann dieses Spiel nicht verlassen. Es sieht so aus, als wäre der Mensch nur noch eine Spielfigur, die von unbekannten "Mächten" hin und her geschoben wird. Und noch schlimmer - viele Menschen sehen nicht einmal das. Sie begreifen sich als eine Eintagsfliege. Sie haben ein Leben. Danach sterben sie und sind scheinbar für immer verschwunden.

Ist Krieg ein Spiel? Was ist mit Krebs, AIDS und sonstigen Krankheiten?

Ist es ein Spiel, wenn in einem südlichen, europäischen Land Kinder geraubt werden um sie als Organspender zu verkaufen, wie in den Nachrichten gemeldet? Ist es ein Spiel, wenn Millionen unserer Mitmenschen hungern während wir in Saus und Braus leben? Stehen wir diesem "Spiel" nicht recht hilflos gegenüber?

Viele von uns haben aufgegeben. Sie wehren sich nicht mehr. Andere jedoch fangen an, gegen alt hergebrachte Wahrheiten zu opponieren.

Das Leben als Spiel zu betrachten ist uns schon seit langem ausgetrieben worden. Es beinhaltet Leid, Verlust, Anstrengung und endet mit dem Tod. Religionen wurden erschaffen, um dem zu begegnen, oder wenigstens eine Hoffnung zu schaffen. Selbst das erfolgreichste Leben endet mit dem Tod. Nicht einmal Milliarden in Gold können einen davor schützen.

Nimmt man die Lebensumstände in den ehemals kommunistisch regierten Ländern. Es wäre unmöglich gewesen, etwas wie "Freiheit" anzusprechen. Man konnte nicht viel Vergnügen in einem solchen Spiel haben. Es gab kaum etwas zu kaufen. Die Menschen wurden nicht als Bürger, sondern eher als Sklaven akzeptiert. Nehmen wir die Zeit der Inquisition. Hier wurden Menschen vernichtet, die nicht in das Glaubenskonzept der Kirche paßten. Ein Spiel?

Es ist wohl hauptsächlich die Einstellung eines erwachsenen Menschen, die den Gedanken des Spiels gar nicht erst aufkommen läßt. Ein normales Spiel ist überschaubar. Man hat das Recht auszusteigen. Barrieren und Absichten sind bekannt. Sie halten sich irgendwie die Waage, sonst würde ein Spiel uninteressant oder überwältigend. Die Lust zu spielen würde verschwinden.

An ein Spiel werden gewisse Erwartungen geknüpft: Es soll Vergnügen beinhalten, es muß etwas zu gewinnen geben, und es soll für den Spieler eine gewisse Anerkennung hervorbringen - die Mitspieler müssen ihn akzeptieren. Welche Art von Vergnügen gab es, was konnte man gewinnen, welche Akzeptanz hatte man in Diktaturen oder während der Inquisition?

Damit es Spaß macht, müssen die Gegner sowohl bekannt als auch annähernd gleichwertig sein, sonst wird der ewige Verlierer anfangen, das Spiel zu hassen, und demjenigen, der dauernd gewinnt wird es langweilig. Ebenso müssen die Barrieren bekannt sein. Wo findet dieses Spiel überhaupt statt, und in welchem Rahmen? Zeit, Ort und Raum müssen bekannt sein.

Wissen wir dies in Bezug auf unser Leben?

Wir wissen schon eine Menge. Gerade die letzten Jahrhunderte haben uns einen enormen Aufschwung gegeben. Aber was wissen wir wirklich? Ein weiser Mann sagte einmal: "Wir ertrinken in Informationen aber wir hungern nach Wissen".

Die große Frage ist: "Kann man dieses Spiel genannt Leben überhaupt verstehen"? Nun, wir glauben, daß L. Ron Hubbard mit der scientologischen Philosophie einen enormen Beitrag dazu geleistet hat.

Hubbard hat eine mögliche Erklärung für die anscheinende Hierarchie eines Spiels gegeben. Ob er damit recht hat, mag der Leser ergründen [5]:

Der Spielmacher (im Sinne von "Erfinder" des Spiels): Er selbst hat keine Regeln und er spielt nicht nach Regeln, zumindest nicht nach den Regeln, die er selbst für andere festgesetzt hat.
Die Spieler: Die Regeln sind ihnen bekannt und sie werden befolgt.
Spielerassistenten: Sie gehorchen den Spielern
Spielfiguren: Sie gehorchen Regeln wie sie von den Spielern diktiert werden, kennen sie jedoch nicht.
zerbrochene Spielfiguren: Sie nehmen nicht am Spiel teil - wissen nicht einmal, daß sie in einem Spiel sind.

Wie macht man eine Spielfigur?

Bestreiten Sie, daß es ein Spiel gibt.
Verstecken Sie die Regeln vor ihnen.
Geben Sie ihnen alle Strafen und keine Gewinne.
Beseitigen Sie alle Ziele. Erzwingen Sie ihr Mitspielen. Verhindern Sie Freude daran. Lassen Sie sie wie Spieler aussehen, verhindern Sie jedoch, daß sie tatsächlich so sind (sie sehen wie Gott aus, können aber nicht Gott sein).
Damit eine Spielfigur eine Spielfigur bleibt, erlauben Sie ihr nur, sich mit Spielfiguren zu verbünden und verleugnen Sie die Existenz von Spielern.
"Sie darf nie herausfinden, daß es Spieler gibt"

Gibt uns das nicht zu denken? Das scheint doch mit den meisten Menschen passiert zu sein. Sind sie nicht Spielfiguren, denen nicht einmal klar ist, daß sie sich in einem Spiel befinden?

 

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Schach der Erde - Letzte Änderung: 26. Juni 2007 - www.freezone.de