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Chronologie der Scientologischen Bewegung
1970 - 1974
| 1970 ab |
LRH erstellte 1970 das Projekt "Snow White",
welches zum Ziel hatte, die falschen Berichte in den
Regierungsakten durch Richtigstellungen zu ersetzen. (11,
S. 11) |
| 1970 März |
Anfang der 70er Jahre
setzte sich die Idee durch, einen sicheren Platz als
Scientology-Zentrale an Land zu etablieren. Man hatte große
Hoffnungen in die Errichtung einer Universität für Philosophie
auf der griechischen Insel Korfu gesetzt. Dieses Projekt lief
schief, als ungerechtfertigte Unterstützungsforderungen an die
griechische Regierung gestellt wurden. Die Schiffe mußten den
Hafen Korfu's im März 1970 verlassen. (2, S. 35)
Die Sea Org kreuzt im Mittelmeer, hat aber in sämtlichen
angelaufenen Häfen Schwierigkeiten. (12)
Die Situation in Spanien zu beheben war teilweise erfolgreich.
Wir fanden heraus, daß der hauptsächliche Protest gegen uns,
bzw. die Anwesenheit der Apollo, von Madrid aus kam. Sie
entdeckten, daß die Informationen der Regierung von Interpol
ausgingen und wußten nicht, was dagegen zu tun war.
Die Namen aller Leute, die damals mit dem Schiff in Verbindung
standen, die führenden Offiziere usw., sind in den Akten von
Interpol und in der Feindesliste, das heißt, in der Liste der
Staatsfeinde der Vereinigten Staaten verzeichnet.
(11, S. 11) |
| 1970 28.4. |
Die Hubbard Association of Scientologists International
reichte in Australien Klage gegen Anderson und Just wegen
Verfahrensfehler, Pflichtverletzung und
Rücksichtslosigkeit bezüglich der Scientology-
Untersuchung ein.
Die Gesetzgebung von Viktoria verabschiedete daraufhin
rückwirkend ein Gesetz, welches Anderson und Just
absolute Immunität gewährte. (4, S. 155) |
| 1970 2.9. |
Der Leiter der Rechnungsprüfungsabteilung des IRS
(Internal Revenue Service - US Finanzbehörde), S. B.
Wolfe, gab einen dreiseitigen, vertraulichen Anhang
(42G(II)6G-53) zum Handbuch des IRS heraus, in dem er den
Hintergrund der Kirche beschrieb und die Bezirksbeamten
anwies, alle Scientology-Organisationen, die
Einkommenserklärungen abgeben, zu kennzeichnen.
Ein besonderes Formblatt (M-0696) für die
Berichterstattung eines Scientology-Falles wurde von dem
nationalen Büro der Behörde gedruckt und an jeden
Regionaldirektor verteilt, der für das
Steuerprüfprogramm für Organisationen zuständig war.
(1, S. 173) |
| 1970 Sept. |
OT VII wurde freigegeben. (5, S.148) |
| 1970 31.12. |
Sir John Foster schloß seine Untersuchung der
Scientology ab und legte einige Monate später einen
schriftlichen Bericht vor. Jedoch zeigte Sir Keith
Joseph, der zu dieser Zeit Richard Crossman als Minister
für Soziales abgelöst hatte, eine Abneigung den Bericht
zu veröffentlichen oder seinen Inhalt bekanntzugeben.
Dem öffentlichen Druck nachgebend, wurde der
Foster-Bericht schließlich am 22.12.71 veröffentlicht. (1, S. 200) |
| 1970 |
Als eine kleine Scientology-Mission in Holland gegründet
wurde, sorgte die englische National Association for
Mental Health für eine Zusammenkunft zwischen ihren und
den Vertretern ihrer holländischen Zweigstelle. Zu den
letzteren gehört der Herausgeber der Zeitung Vrij
Nederland, die kurz danach einen Angriff auf die
Scientology losließ, der auf Angaben beruhte, die zum
Teil unter Bedrohung holländischer Scientologen
erzwungen wurden. (1, S. 227) |
| 1971 Jan. |
John Cole, ein anderer Agent des FBI wurde auf die
Scientologen angesetzt. Cole verklagte die
Kirchenmitglieder Terry Milner und Henning
Heldt, die ihn nach seiner Aussage in einem
Kirchenbüro angegriffen hätten. Er war in diesem Büro
auf der Suche nach vertraulichen Informationen, für die
er, so versicherte er den beiden, willens war zu zahlen.
Am 27.1.71 schrieb Cole's Rechtsanwalt der
Staatsanwaltschaft in Los Angeles. Er wies darauf hin,
daß die Angeklagten (Milner und Heldt) Informationen
über Cole's Vergangenheit, bezüglich seiner
Informatentätigkeit für verschiedene Regierungsstellen,
einschließlich Department of Justice, Senator Eastland's
Committee, FBI, CIA, C-11 und anderen, enthüllen wollen.
"Das FBI bat mich, im Hinblick auf mögliche
Vorschläge, Ihr Büro zu kontaktieren, um die
Beantwortung der aufgeführten Fragen in diesem Gebiet zu
vermeiden. Herr Cole gibt zu bedenken, daß die
Information, vom Regierungsblickpunkt aus, sehr
vertraulich und deren Enthüllung nicht im Interesse der
nationalen Sicherheit sei. Desweiteren würden dadurch
die Leben von mindestens vier Regierungsagenten
gefährdet." (10, S. 64)
Terry Milner wurde seines Postens in BI (Bureau I,
Informationsabteilung des Guardian Office) enthoben,
sodaß das Feld für Bob Thomas frei war, um jeden, den
er wollte, auf diesen Posten zu setzen. (11, S. 10) |
| 1970/7 |
Der Spiegel - Griechenland: Touristen - Unerhörte Orgien
Stichworte: Royal Scotsman auf der Insel Korfu mit
Hubbard und 200 Anhängern; die Geschäftsleute nahmen
täglich etwas 10.000 DM ein; die griechischen Behörden
protestierten gegen das Schiff; im Februar 1969 fand
Pattakos Anlaß zum Einschreiten. "Sekten-Chef
Hubbard vermißte eines seiner Mädchen an Bord.
Polizisten stöberten die Abtrünnige in einer Scheune
auf - bei einer "strafbaren Handlung mit einem
Korfioten" (Pattakos). Zu Beginn der neuen Saison
mußte das Schiff auslaufen." |
| 1971 März |
Ein geheimer Operationsplan des FBI wurde bekannt,
genannt Cointelpro. Dieser Begriff war bis dato
außerhalb der FBI-Welt unbekannt und steht für "Counter-Intelligence
Program". Es wurde durch den FOIA bekannt, daß
dieses Programm seit etwa 15 (Seite ) Jahren läuft. (10,
S. 53ff) |
| 1971 22.12. |
Dem öffentlichen Druck nachgebend, wurde der
Foster-Bericht (192 Seiten Umfang) schließlich
veröffentlicht. Seine Hauptempfehlungen:
- Die Mehrheit der Regierungsmaßnahmen gegen
Scientology waren ungerechtfertigt, und die
Einreiseverweigerung für ausländische
Scientologen nach Großbritannien sollte
aufgehoben werden.
- Gesetze zu verabschieden, deren Ziel es sein
sollte, die Praxis der Psychotherapie gegen
Entgelt oder Vergütung zu überwachen. Nach den
Bestimmungen dieses Gesetzes sollte ein Berufsrat
eingerichtet werden, der über die
Qualifikationen der Ausübenden zu befinden
hätte. (1, S. 203)
- Das Finanzamt möge sich aller
Schattengesellschaften der Scientologen annehmen.
(1, S. 207)
- Die Empfehlung dieses Berichtes führte nicht zur
Aufhebung des Banns. Dieser erfolgte erst im Sommer 1980.
(1, S. 210)
Im Umfeld der National Association for Mental Health
wurde der Foster- Bericht mit Freude aufgenommen. In
einem Brief vom 29.12.71 an Mary Applebey,
Generalsekretär der NAMH, schrieb Dr. D. H. Clark:
"Ich habe den größten Teil des
Weihnachtsmorgens mit der Lektüre des Foster-Berichtes
zugebracht, und die Einzelheiten haben mich mit einer
ganz unweihnachtlichen Freude erfüllt. Vielleicht irre
ich mich, aber ich glaube, Sir John Foster hat der
Scientology eine sehr feine, aber böse Wunde
beigebracht, an der sie viele Jahre lang leiden wird....
Ich glaube, daß die Wirkung insgesamt auf jeden
aufgeschlossenen Menschen die ist, daß er die
Scientology einfach ablehnt und ich hoffe, daß
möglichst viele Leute - alle Abgeordneten zum Beispiel -
den Bericht lesen werden.
Ich glaube Sir John hat sich vor allem an diese wenden
wollen. Ich glaube, er ist zu dem Schluß gekommen, daß
die Scientology- Führung aus bösen, herrschsüchtigen,
paranoiden und streitsüchtigen Menschen besteht.
Ich glaube, er beschloß, einen Bericht für Leute
seiner eigenen Art, Abgeordnete des Parlaments, Richter,
Rechtsanwälte, Angehörige des Establishment zu
schreiben, der den Leser langsam dazu bringen soll, die
Scientology zu verdammen, indem er aus ihren eigenen
Texten Zitate anführt...
Wenn ich mit meiner Beurteilung recht habe, dann
sollten wir große Mengen des Foster-Berichtes ankaufen,
um sie immer verfügbar zu haben, wenn jemand sie zur
Lektüre anfordert. Wir sollten dem Bericht
größtmögliche Publicity geben. Können wir vielleicht
eine Ausgabe von Mental Health ausschließlich Zitaten
aus dem Foster- Bericht widmen - indem wir zum Beispiel
Sir John's Techniken benutzen und nichts Eigenes
hinzufügen, sondern nur von ihm zitieren". (1,
S. 207/208) |
| 1971 - 1972 |
Die Sea Org kreuzt im Ost-Atlantik zwischen Marokko,
Spanien und Portugal.
L. Ron Hubbard und Mary Sue Hubbard leben in Tanger. (12)
Das Schiff kreuzte zwischen Spanien und Portugal und es
kam zu politischen Schwierigkeiten. Später wurde
herausgefunden, daß diese Schwierigkeiten auf
Falschinformationen basierten, die aus Washington D.C. zu
den Botschaften und Konsulaten in verschiedenen Häfen
kam und von dort aus zu den Regierungen verbreitet
wurden. "Sie unterstellten uns, daß wir entweder
Drogenhändler, Mädchenhändler oder weiße
Sklavenhändler etc. wären... Sie beschuldigten uns zum
CIA zu gehören, gaben die Daten den kommunistischen
Parteien der Länder, was dann viel Aufruhr
verursachte." (11, S. 10) |
| 1971 seit ca. |
Verschiedene Büros der Scientology Kirche, sowie einige
Rechtsanwälte der Kirche unterliegen der elektronischen
Überwachung durch das FBI. (10, S. 70/72) |
| 1972 April |
Memorandum des U.S. State Department an die U.S.
Botschaft in Spanien, Madrid, mit verschiedensten
Gerüchten über die Apollo, einschließlich der
Spekulation über möglichen Drogenmißbrauch an Bord des
Schiffes. (10, S. 80) |
| 1972, August |
Der Spiegel Nr. 21,
Sekten: Teure Freiheit
Die aus den USA stammende Scientology-Sekte hat in München
eine Filiale gegründet. Die Schulmedizin wirft den Sektierern
vor, sich durch Kurpfuscherei zu bereichern. |
| 1972 19.11. |
Eine Sendung Schokolade wurde von der Kirche per
Luftfracht verschickt und durch die Drogenabteilung der
spanischen Geheimpolizei untersucht. Es wurde gesagt, man
habe Anzeichen für LSD entdeckt. Sechs Amerikaner und
zwei Engländer wurden festgenommen und in der Gegenwart
eines Agenten der U.S. Drug Enforcement Agency verhört
("durch die Mangel gedreht"). Sie wurden
bedroht und beschuldigt mit Drogen zu handeln.
Nach einigen Tagen stellte sich heraus, daß kein LSD
gefunden wurde und man ließ die Leute frei. (10, S.
80/81)
(...) "Sie wurden alle aufgrund einer verrückten
Anklage verhaftet, die von der Regierung der Vereinigten
Staaten weitergegeben wurde. Der Anklagepunkt war:
"Wir würden in Spanien mit Drogen handeln".
Die Polizei kam herein, warf jeden ins Gefängnis,
bedrohte sie sehr schlimm. Sie haben sie nicht direkt
gefoltert, aber sie gaben ihnen nicht viel zu essen,
hielten sie in Einzelzellen und ließen sie ihre
Rechtsanwälte weder sehen noch sprechen. Schließlich
kam eine Nachricht von einer Person, die herausgefunden
hatte, daß die Leute im Gefängnis waren. Es wurden
Rechtsanwälte beschafft und sie kamen frei. Natürlich
fanden sie keine Drogen. Sie fanden keine Beweise. (11,
S. 13)
Als auf einen der Gefolgsleute Franco's, Carrero
Blanco, ein Attentat verübt wurde, schrieb eine Zeitung,
daß wir dahinter stecken würden. Das war die
Geisteshaltung. Es gab immer einen Reporter, der
versuchte, eine Geschichte über das "Geisterschiff
Apollo" zu bekommen. " (11, S. 13) |
| 1972 Dez. |
Die Polizei von Tanger fordert die Apollo auf, die
marokkanischen Gewässer zu verlassen. (10, S. 80) |
| 1972 3.12. |
LRH und Begleitung müssen Marokko innerhalb 24 Stunden
verlassen. LRH fliegt mit zwei Begleitern nach New York,
wo sie im Stadtteil Queens ein Apartment mieten. (12)
Auf der Suche nach einer sicheren Landbasis für
Scientology wurden Verhandlungen mit der marokkanischen
Regierung aufgenommen, die jedoch erfolglos blieben. Im
Dezember mußten die Schiffe Tanger verlassen. (2, S. 36) |
| 1972 |
In der Zeitung "Freiheit", herausgegeben von
der Scientology-Kirche Deutschland, erscheint ein Artikel
über und gegen das Max Plank Institut für Psychiatrie
(MPIP) bezogen auf die Tätigkeit im Dritten Reich als
Kaiser Wilhelm Institut für Psychiatrie.
Das MPIP bat die Max Plank Gesellschaft um Hilfe und die
wiederum wandte sich an das Bundesministerium für Jugend
Familie und Gesundheit (BMJFG). Von dort aus ging das
Hilfegesuchen weiter zum Bundesministerium des Inneren
und von dort aus zum Bundeskriminalamt (BKA). Über
Interpol wurden Informationen zur Scientology-Kirche
angefordert. |
| 1972 ca. |
"Das Flaggschiff läuft unter der Vereinigung der
Scientology-Kirche von Kalifornien. Die Steuern werden
überprüft, insbesondere der Status der Steuerbefreiung.
Um einen Teil dieses Problems zu lösen, der insbesondere
das außerordentlich hohe Einkommen der Kirche
beinhaltet, über das hinaus, was gespendet worden war,
und Probleme, die daraus hätten entstehen können,
entschied Herbie Parkhouse (Deputy Guardian for Public
Relations), daß es geschickt wäre, einen ausländischen
Verein zu gründen, um so über das ausländische Geld zu
verfügen, das zum Flaggschiff kam. Das bedeutete, daß
das Geld all derer auf dem Schiff zu ausländischen
Banken gehen würde. Ein Verein wurde gegründet, genannt
Religious Research Foundation (Religiöse
Foschungsstiftung) oder RRF. Wie es scheint, wurde er in
Luxemburg gegründet und Bankkonten wurden in Luxemburg
eingerichtet, um das Geld der Kirche dort zu handhaben.
Wenn also ein Mensch zum Flaggschiff kommen würde, der
nicht USA-Staatsbürger war, so würde sein Geld in
Empfang genommen und vom RRF verrechnet werden, und
danach sollte es direkt nach Luxemburg gebracht werden,
wo es auf dortigen Konten deponiert werden sollte.
Die Kuriere, die darin dann aktiv wurden, waren Pat
Broeker und Peter Gilliam Jr.." (14) |
| 1973 12.2. |
Die Regierung Australiens erklärt die Scientology Kirche
zu einer religiösen Gruppe, die auch Trauungen
durchführen kann. (4, S. 155) |
| 1973 1.3. |
Der U.S. Court of Appeals entschied in dem Fall,
ausgehend von der Food and Drug Administration, daß die
Scientology-Kirche eine Religion sei und daß die 1963
beschlagnahmten Materialien zurückgegeben werden müssen
(1, S. 130/137), was am 23.10.73 auch geschah. (4, S.
154) |
| 1973 8.3. |
Das Bundeskriminalamt erstellt einen Bericht über
Scientology, basierend auf dem Hilfegesuch des
Bundesministerium für Jugend Familie und Gesundheit von
1972. Dieser Bericht wurde der Presse zugänglich gemacht
und dort ausgeschlachtet. (4, S. 177, teilweise)
Die Scientology-Kirche klagte gegen den Bericht. (8, S.
25)
In dem BKA-Bericht heißt es unter anderem:
... Die Tätigkeit der Organisation besteht in einer
psychologischen Amateur- Analyse des Menschen, was als
eine Art Gehirnwäsche bezeichnet werden kann. Nach
Entrichtung einer Gebühr wird vom Lernenden zunächst
verlangt, daß er sich "verarbeiten" läßt. Er
muß sich bestimmten Tests sowie Befragungen unterwerfen,
die angeblich dazu dienen, psychosomatische Krankheiten
auszuschalten, den Intelligenzquotienten zu erhöhen,
eine größere Klarheit und Schärfe des
Wahrnehmungsvermögens herbeizuführen (..) (8, S. 281) |
| 1973 3.9. |
Die Scientology-Kirche reicht in Bezug auf den Bericht
des Bundeskriminalamtes und dessen Verbreitung Klage ein.
Betroffen sind:
 | Die Max Plank Gesellschaft, ein Angestellter der
Rechtsabteilung der MPG, |
 | der Direktor, Max Plank Institut für Psychiatrie |
 | Bundeskriminalamt, dem Chef des BKA sowie zwei
Angestellte des BKA |
 | Bundesministerium für Jugend Familie und
Gesundheit |
 | Bundesministerium des Inneren (8, S. 281) |
|
| 1973 5.9. |
Der IRS bat bei Gericht darum, die finanziellen
Aufzeichnungen der Church of Scientology California, für
die Jahre 1968/69 prüfen zu dürfen und den Präsidenten
der Kirche abzusetzen. Zu dieser Zeit liefen
Verhandlungen zur Steuerbefreiung für die Jahre 1964-67.
(4, S. 154)
|
| 1973 6.9. |
Die Scientology-Kirche Amsterdam wird gegründet. (4, S.
143)
|
| 1973 Sept. |
LRH kehrt nach Lissabon zurück, wo sich die Apollo
befindet. Die Sea Org kreuzt im Ost-Atlantik. (aus einer
Zeitspur-Zusammenstellung über den Aufenthalt von LRH
des OT-Komitee Schweiz, Informationsblatt Nr.2, Juni
1984)
|
| 1973 25.10. |
Narconon wurde in Berlin gegründet.
(4, S. 147)
|
| 1973 Okt. |
Das Bayerische Kultusministerium erkennt Scientology als
eine Religion an. (4, S. 158)
|
| 1973 10.11. |
Narconon Berlin nimmt die Arbeit in der
Drogenrehabilitation auf. (4, S. 147)
|
| 1973 12.12. |
Die Scientology-Kirche Melbourn wird als Kirche
eingetragen. Gleichzeitig wurde sie steuerbefreit. (4, S.
155)
|
| 1973 |
Mit dem Wechsel in der australischen Regierung zu einer
Labour-Regierung änderte sich die Einstellung
Scientology gegenüber. In diesem Jahr erkannte der
Generalanwalt der Kirche das Recht zu, Trauungen
vorzunehmen. (2, S. 31)
|
| 1973/74 ca. |
Die Kirche verliert einen Steuer-Prozeß.
(14)
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| 1973 |
Wir besuchten verschiedene Häfen wie Dakar, Las Palmas,
Madeira und die Azoren. (...) Sie versuchten uns einige
falsche Zeitungsreporter an Bord zu schleusen, um
"Stories" zu bekommen. Wir bekamen auch 2 oder
3 falsche Rekruten von ihnen, die hypnotisiert und unter
Drogen gesetzt waren, deren Aufgabe es war, an Bord zu
kommen und Ron zu töten. (11, S. 14)
|
| 1974 Anf. |
William B. Robertson und Arthur Hubbard (der Sohn von L.
Ron Hubbard) werden auf eine Tour geschickt, um in
Amerika Werbung für das Projekt der Neuen Zivilisation
zu machen.
"Unsere Veranstaltungen waren sehr erfolgreich -
wir zeigten den Abstieg der modernen Zivilisation und wie
man mit Scientology eine neue Zivilisation aufbauen
konnte...
(..) Einige Städte später deckten wir in Minneapolis
einen Mordanschlag mit großkaliberigen Gewehren gegen
Arthur und mich auf. Wir übergaben die Angelegenheit
damals dem GO und sie sorgten für Schutzmaßnahmen. Die
Drohung wurde tatsächlich telefonisch in unserem Hotel
angekündigt und mir vom Manager mitgeteilt."
"... die psychiatrische Fakultät in der Stadt
schickte uns zwei Leute, die auf dieser Veranstaltung
verrückt werden sollten, um somit einen großen Skandal
zu verursachen. Die Burschen vom GO machten dort einen
guten Job und fingen sie an der Tür ab und warfen sie
hinaus." (11, S. 14)
|
| 1974 4.2. |
Ein internes IRS-Memorandum legt eine Direktive dar, wie
mit Anfragen der Scientologen bezüglich des FOIA zu
verfahren ist: "Seien Sie weniger kooperativ und tun
Sie nicht mehr als notwendig ist". (10, S.90)
|
| 1974, Mai/Aug. |
Als die Apollo im spanischen Hafen Cadiz vor Anker lag,
wurde es offensichtlich, daß es eine Ablehnung gegen das
Schiff in behördlichen Kreisen gab. Besatzungsmitglieder
des Schiffes versuchten die Ursache zu ergründen und
bekamen letztlich die Erklärung, daß der U.S Konsul in
Cadiz hatte durchsickern lassen, das Schiff hätte
Verbindungen zum CIA.
Danach kam es auch in anderen Häfen Spaniens zu
behördlicher Feindseligkeit mit dem Verbot bestimmte
Häfen anzulaufen.
Als dann im August die Apollo-CIA-Verbindung in der
Presse erschien, wurde ihr endgültig verboten spanische
Häfen anzulaufen. (10, S. 81/82)
Die Gerüchte, daß die Apollo ein CIA-Schiff sei,
verbreiteten sich an der Mittelmeerküste wie ein
Lauffeuer. Im portugiesischen Hafen Setubal wurde die
Bevölkerung, die sonst die Apollo freundlich willkommen
hieß, feindselig und bedrohte das Schiff, sodaß der
Hafen gezwungenermaßen verlassen werden mußte. (10, S.
82)
|
| 1974 |
Auf der Suche nach einer sicheren Landbasis für
Scientology wurden vielversprechende Verbindungen mit
Portugal geknüpft. Ein Telex-Büro wurde in Lissabon
eingerichtet und die Schiffe befanden sich in der Gegend
von Madeira. (2, S. 36)
|
| 1974 Okt. |
Die Hoffnungen auf eine sicheren Landbasis für
Scientology zerschlugen sich, als im Oktober das
Flag-Schiff von einer wütenden Menge in Funchal, der
Hauptstadt von Madeira, gestürmt wurde.
Die Menge glaubte, das Schiff und die Kirche seien eine
geheime Operation des CIA. Bald danach wurde das
Telex-Büro in Lissabon durch portugiesische
Regierungsbeamte gestürmt. (2, S. 36)
"Das war, als die amerikanische Botschaft der
örtlichen kommunistischen Partei einen Hinweis gab, daß
die Apollo ein CIA- Schiff wäre. Portugal hatte gerade
die Schmerzen der Revolution überwunden. Zu der Zeit war
es sehr linksorientiert. Die Kommunisten bildeten einen
großen Mob mit Fackeln und Steinen und sie wollten das
Schiff niederbrennen.., ungefähr 250 Mann. Wir wehrten
sie ungefähr 2 Stunden ab und schließlich erschien die
örtliche Marinepolizei mit Maschinenpistolen und
zerstreute den Mob....
LRH entschied, daß es Zeit war, dieses Gebiet zu
verlassen. Es gab etwas zu viel Hetze von den Leuten der
US-Regierung. Als wir die Linien zurückverfolgten,
führten sie immer in die Vereinigten Staaten und das war
zu der Zeit als ein Knabe namens Henry Kissinger
Außenminister war. Sie führten von seinem Büro aus in
die Botschaften." (11, S. 15)
|
| 1974 10.10. |
Die Sea Org verläßt
Europa in Richtung Charleston, USA, wo sie aber vom FBI erwartet
wird. Man läuft deshalb die Bermudas an. (13)
Die Schiffe fuhren Richtung amerikanischem Kontinent und
verbrachten das nächste Jahr bei den Westindischen Inseln. (2,
S. 36) |
| 1974 30.10. |
Durch einen Regierungsinformaten an Bord der Apollo wurde
der Bestimmungsort Charleston und das Ankunftsdatum des
Schiffes bekannt. Das U.S. Department of Justice machte
Beamte verschiedener Behörden darauf aufmerksam, um das
Schiff zu "begrüßen". Dazu gehörten Agenten
des Immigration Office, der Drug Enforcement Agency, U.S.
Customs Service, Coast Guard sowie Marshals. (10, S. 83)
Die Besatzung der Apollo bekam jedoch Wind von der Sache
und kehrte ein paar Meilen vor der Küste wieder um. (10,
S. 84)
"Das FBI usw. hatte ungefähr 163 Agenten am Dock
postiert. Wir wurden von unserer Hafenmission und einigen
guten GO-Leuten davor gewarnt, die über den
beabsichtigten "Arrest" gehört hatten - sie
wollten LRH usw. aufgrund einiger dieser
Steuerangelegenheiten in Arrest nehmen, da sie wußten,
daß er über Charleston in die Vereinigten Staaten
kommen würde.
Einige Regierungsburschen prahlten damit in Hawaii und
hatten die Zeitverschiebung nicht mit einberechnet, oder
sie dachten, es wäre bereits passiert. Unser Mann in
Hawaii telexte jemandem in England und England telexte
zurück und schließlich riefen sie uns ans Funkgerät
und wir drehten das Schiff ungefähr 15 Meilen vor dem
Hafen bei." |
| 1974 1.11. |
Artikel in dem News Courier, Charleston: "Nach
Auskunft offizieller Quellen gab es am Dienstag genügend
Agenten des U.S. Customs Service, um jedes Mitglied der
Schiffsbesatzung, wegen möglichem Drogenschmuggel unter
Beobachtung zu halten".
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| 1974 13.12. |
Die Scientology Kirche fragt bei der NSA, im Rahmen des
FOIA nach, ob irgendwelche Akten bezüglich der Kirche
oder ihres Gründers, in ihrem Hause existieren. Die
Antwort war negativ. Sechs Monate später wurden in einem
Gerichtsverfahren 16 Dokumente der NSA an den CIA über
die Scientology Kirche entdeckt. Auf nochmaliges Anfragen
hin gab die NSA zu, daß 15 Dokumente aufgetaucht sind,
sie jedoch aus Sicherheitsgründen nichts über ihren
Inhalt sagen können. (10, S. 95)
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| 1974 |
Die Apollo wurde in einer Pressemeldung erwähnt und wie
folgt beschrieben:
"17 verschiedene Firmen haben ihre Meeresfiliale
auf der Apollo eingerichtet, während ihre Stammhäuser
in Madrid, Lissabon, auf den Azoren, den Kanarischen
Inseln oder anderswo in der Welt sind. Das unternehmen,
1968 mit $ 20 000 gegründet, bei einer Beteiligung von
100 Aktionären, nennt sich OTC (Operation Transport
Corporation Ltd.)". (8, S. 61)
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