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PhilosophischesMan kann den Komplex von Scientology hauptsächlich in vier Bereiche gliedern:
Kritik gibt es in der Öffentlichkeit hauptsächlich in Bezug auf die Organisation der Scientology Kirche und ihr Management. Dagegen ist die philosophische Seite allgemein recht wenig bekannt ist. Verfolgt man die Medien, streichen diese besonders den Umgang der Scientology Kirche mit Kritikern und ehemaligen Mitgliedern, die potentielle Gefahr einer gesellschaftlichen Unterwanderung durch Scientologen bis hin zu einer angestrebten Weltherrschaft heraus. Obwohl viele Kritiker meinen, Organisation und Philosophie sind nicht zu trennen, denn sie würden ja beide auf den Lehren Hubbards basieren, ist hier eine Differenzierung vorzunehmen, will man ein tieferes Verstehen dieses Gebietes erreichen. Die PhilosophieDas Leben ist im Grunde genommen "ein Spiel"Anmerkung: Einen recht umfangreichen Beitrag zu diesem Thema finden Sie in der Sektion "Schach der Erde", Kapitel IV . Hier wird in mehreren Abschnitten die grundlegende Philosophie von Scientology sowie deren Zielsetzung beschrieben.
Die Grundidee von Scientology ist am besten begreifbar, wenn man zunächst einmal die Annahme vertritt, daß das Leben im Grunde mit einem Spiel gleichzusetzen ist. Ein Spiel besteht, wie Hubbard es einmal sagte, aus Freiheiten, Barrieren und Absichten. (Interessanterweise taucht der Name "Scientologie" bereits 1934 als Titel eines Werkes von Dr. A. Nordenholz auf. Dessen "Wissenschaft vom Wissen" weist inhaltliche Parallelen zur Philosophie von Hubbard auf.) Wenn die Freiheiten des Einzelnen schrumpfen, wenn die Barrieren zu groß werden, wenn sich Absichten gegen einen richten, ist man dazu geneigt das Leben als Stress, als Arbeit und teilweise als sehr unangenehm zu empfinden. Der Spielgedanke wird realer, wenn im Leben alles gut läuft. Je mehr eine Person nun in einem Spiel verwickelt ist, je mehr sie den Überblick verliert, desto mehr wird sie vom Spiel beherrscht. Anfangs noch Spieler kann man sich letztlich in der Position einer Spielfigur oder einer zerbrochenen Spielfigur wiederfinden. Hubbard hielt in den 50er Jahren viele Vorträge über die Philosophie von Spielen. Sie behandeln im wesentlichen den Werdegang eines geistigen, eines freien , unsterblichen Wesens bis hin zu einem Menschen, der von sich glaubt und vielleicht überzeugt ist, nur ein Leben zu besitzen und daß nach dem Tod alles vorbei ist. Einer der Grundabsichten von Scientology ist es, diesen "Spieler" im Menschen zu rehabilitieren und ihm den "Geist des Spiels" ("Spirit of play" wie Hubbard es nennt) zurückzubringen. Diese Grundannahme, daß der Mensch, die eigentliche Person, ein geistiges Wesen ist, ist nicht neu. Sie wird in fast allen Religionen vertreten, unter welchen Schattierungen auch immer. Die christlichen Religionen sprechen von einer Seele. Kulturen indianischer Abstammung sprechen vom "Eingehen in die ewigen Jagdgründe" - alles Hinweise darauf, daß nach dem Tod eben nicht alles vorbei ist. Nun kann man den "Spielgedanken" im Kleinen oder im Großen betrachten. Im Kleinen wäre es das tägliche Leben, vielleicht ein Lebenszyklus. Im Großen würde sich die Frage stellen, wer dies alles geschaffen hat, was wir überhaupt in diesem Spiel tun und wie es möglich war, als geistige Wesen so "tief" zu sinken. Hubbard hat eine mögliche Erklärung für die anscheinende Hierarchie eines Spiels gegeben. Ob er damit recht hat, mag der Leser ergründen:
Wie macht man eine Spielfigur?
Eine treffende, wenn auch sehr bildliche Beschreibung der Situation auf der Erde stammt von Capt. Bill Robertson (siehe auch das Buch Sektor 9). Bei einem Vortrag 1983 im Crown Hotel in East Grinstead hat er sie wie folgt beschrieben:
Es scheint, als würde der Mensch bewußt auf dem Niveau einer Spielfigur gehalten. Kaum etwas wurde oder wird stärker bekämpft als eine Philosophie, die in dem Menschen etwas anderes sieht als einen chemisch reagierenden Fleischklumpen. Hubbard kam mit Dianetik in eine Zeit, in der das Thema "Mind Control" (die Kontrolle über den menschlichen Verstand) ein Thema war. Die Abhilfe, genannt "Dianetik", kam den geheimen Machthabern offenbar sehr ungelegen. Hubbard wurde von Anfang an attackiert, was sich mit der Entwicklung von "Scientology" noch verschärfte (siehe auch: Chronologie der Scientologischen Bewegung). Scientology kam nicht mit der Zielsetzung, der Kontrolle des Menschen ein weiteres Intrument hinzuzufügen. Die Philosophie von Scientology baut darauf auf, daß der Mensch ein "geistiges Wesen" ist, daß sich dieses "geistige Wesen" als Spieler rehabilitieren kann und daß man mit der gemeinsamen Anstrengung aller in der Lage sein müßte, eine Zivilisation aufzubauen, auf die wir alle stolz sein können. Hubbard's MeinungEine feine Grenze ist zwischen Scientology als Philosophie und Hubbard's eigener Meinung zu ziehen. Er selbst legte viel Wert auf diese Differenzierung:
Die technische AnwendungEs sollte die Möglichkeit geben, Spieler, mit Hilfe einer Technologie (sog. Auditing) aus einer festgefahrenen Situation befreien zu können. Probleme, Ängste, Unfähigkeiten, schlicht alles, was er sich im Spielverlauf in den verschiedenen Lebensbereichen "eingefangen" hat, sollte durch eine vernünftige Technologie lösbar sein. Mit "eingefangen" sind die Verstrickungen gemeint, aus denen er sich durch eigene Kraft kaum mehr lösen kann. Welche Ansprüche könnte man an eine solche Technologie stellen? Sie müßte in der Lage sein, einen Spieler an einem beliebigen Punkt auf einer Skala zwischen Wirkung und Ursache aufzugreifen und ihn zur Ursache zurückzubringen. Im Unterschied zu anderen Religionen oder Philosophien versucht Scientology nicht, und das muß hier sehr deutlich gesagt werden, einen Spieler aus dem Spiel zu entfernen. Sie verspricht kein Nirwana, Himmel oder Hölle. Scientology ist nicht der Weg aus dem Spiel heraus. Die "Brücke", wie die Scientologen diese Technologie nennen, ist ein Weg um wirklich in das Spiel zu kommen. Sie soll die Unfähigkeiten eines Spielers beseitigen. Eine solche Brücke würde beinhalten, all die Faktoren, Daten, Informationen und Mißinformationen herauszufinden, die in dieses Spiel als Bestandteile, Regeln oder Störfaktoren hineingepackt wurden. Ein Spieler sollte am anderen Ende der Brücke ankommen können und dabei sein Wissen, seine Ursächlichkeit beziehungsweise sein Verstehen über dieses Spiel zurückerhalten, sprich rehabilitiert haben. Jeder könnte wahrscheinlich damit übereinstimmen, daß eine Technologie dann gut ist, wenn sie diese Punkte erfüllt. Die Organisation und das Management der Scientology KircheAndererseits wird es deutlich, daß eine solche Technologie, wenn sie tatsächlich diesen Anforderungen gerecht wird, massivst bekämpft wird, wenn sie nicht in das Konzept der jeweiligen Machthaber paßt, die den Menschen lieber als "zerbrochene Spielfigur" sehen. Man würde kaum eine Technologie dulden die Sklaven befreit, wenn man Sklaven will. Die Angst vor dem Verlust einer Brücke zur Freiheit wäre andererseits, wenn eine solche Brücke existiert, die Kontrollwaffe. Solange ein Wesen glaubt, daß es durch die Tür und die Brücke in Richtung Freiheit gehen kann, wird es fügsam sein und eingeschüchtert werden können, weil es befürchtet, dieses Recht einzubüßen. Scientology ist nicht der neue Gott. Sie propagiert auch keinen neuen Gott. Diese Philosophie könnte, wie schon so oft in der Geschichte, zu einem "neuen Gott" werden, wenn dieses Wissen monopolisiert wird. Momentan hat es allen Anschein, daß dies passiert. Sollte das der Fall sein, könnten wir uns in einer noch schlimmeren Situation wiederfinden, als wir es jetzt schon sind. Diese Situation voraussehend hat L. Ron Hubbard schon 1952 in einem Vortrag gewarnt:
In Anbetracht der Angriffe und des Bestrebens der nachfolgenden Jahre, diese Philosophie mit allen Mitteln zu diskreditieren und zu monopolisieren, kann diese Aussage durchaus ernst genommen werden. Versuchen wir dies im Zusammenhang mit der "Scientology-Kirche" selbst zu sehen: Es scheint, als würde sie von sich aus, mit aller Macht daran arbeiten, ihren eigenen Namen stärker in Verruf zu bringen, als es von ihren Kritikern jemals der Fall sein könnte. Steckt eine Absicht dahinter? Man kann es annehmen. Wir in der "Freien Zone" gehen davon aus, daß das Scientology-Management, genauer gesagt ein bestimmter Personenkreis, seit Ende der 70er Jahre, die Rolle eines "Agent Provokateur" spielt - jemand, der von innen heraus alles tut, um diese Gruppe nach außen hin zu diskreditieren. (Die Zeit, in der das gegenwärtige Management der Scientology Kirche zu seiner Macht kam bis hin zum Tod Hubbards ist sowohl im Kapitel III des Buches "Schach der Erde" (Das Management) wiedergegeben.) Momentan vermittelt sie den Eindruck, als interessiere sie sich weder für die Belange ihrer Mitglieder noch für die Belange der Menschheit, sondern ausschließlich für sich selbst. Die Scientology-Kirche ist, wie andere Gemeinschaften vor ihr, offensichtlich zum Selbstzweck geworden. Bei ihren Mitgliedern beweihräuchert sie sich mit großartigen Erfolgen und gibt ihnen das Gefühl zu den "allein Wissenden" zu gehören. In ihrem Kampf gegen die Institutionen fühlt sie sich als neuer Märtyrer. Durch ihre Geldpolitik macht sie es ihren Mitgliedern nahezu unmöglich, die Technologie von Scientology zu nutzen. Es ist nicht ungewöhnlich, daß Mitglieder Dienstleistungen in der Größenordnung von einer halben Million DM und mehr in Anspruch nehmen. Man muß zugestehen, daß diese "Kirche" in der Lage ist zu kämpfen, und ihre Mitglieder engagieren sich für das, was sie als richtig empfinden, bzw. für das, was ihnen ihr Management als richtig vorsetzt. Sie können kontrolliert werden, indem man ihnen bei Ungehorsam oder Nicht-Konformität die "Ewigkeit" entzieht. Das heißt, man droht ihnen damit, aus der Scientology-Kirche ausgeschlossen zu werden und nie wieder deren Dienstleistungen zu bekommen, was durchaus vergleichbar ist mit der Androhung der Hölle oder der Exkommunikation der Katholischen Kirche zu Zeiten der Inquisition. Dies war schon immer ein beliebtes Druckmittel. Scientology hat Tendenzen, zu einem neuen "Heiligen Krieg" zu werden. Ihre Mitglieder kämpfen für das ewige Leben und wären wohl auch bereit, ihr gegenwärtiges dafür aufzugeben. Ihr neuer "Heiliger Krieg" liegt dabei nicht in der Waffengewalt, aber vielleicht in der versuchten Infiltration von Politik und Wirtschaft. Menschen, derart motiviert, konnten in der Vergangenheit zu allem benutzt werden. Sie interessieren sich nicht dafür, was an ihrer Spitze vor sich geht. Sie setzen voraus, daß eine Philosophie, die an der Basis gelehrt wird, sich gleichermaßen im Management widerspiegelt. Das was ihnen von der Hierarchie vorgesetzt wird, ist wichtiger als das, was sie selbst beobachten können. Letztlich verraten sie dadurch nicht nur ihre Philosophie sondern, auch sich selbst. Wir stehen hier vor dem gleichen Problem, mit dem bisher fast jede Religion konfrontiert war, und fast jede Religion ist daran gescheitert. Es geht um Wissen und Bewußtsein. Wissen ist gefährlich für diejenigen, die kontrollieren wollen. Menschen, die wissen, können, wenn überhaupt, nur sehr schwer kontrolliert werden.
"If it's not fun, it's
not Scientology!"
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