Logik im Leben
Seminar von Captain Bill Robertson
am 1./2. September 1990
Teil 11
Wenn die Kommunikationslinie zu Person A unterbrochen ist,
kann es durchaus auch nötig sein, daß man stattdessen gleich zu
einer Person B geht. Wenn ihr also eine Reihe von Leuten anrufen
wollt, entweder damit sie zu einem Vortrag kommen oder daß sie
ihre Rechnung bezahlen, und die eine Kommunikationslinie nicht
funktioniert, entweder indem dauernd belegt ist oder man keine
Antwort erhält, dann könnt ihr immer noch weitermachen und den
nächsten anrufen. Das ist die einfache Anwendung, die man
systematisch tun kann, wenn es um so Dinge geht wie das Zahlen
von Rechnungen und das Einladen zu einer Veranstaltung, einem
Vortrag oder einer Party.
Was macht ihr aber, wenn ihr etwas ganz Wichtiges braucht oder
tun müßt, z.B. im Falle einer Mission oder sonst einer sehr
wichtigen Aktion. Vielleicht geht es um einen Zulieferer, der
irgendeinen Teil einer Aktion machen muß, die sehr wichtig ist,
damit ihr eine Sache abgeschlossen bekommen könnt. Vielleicht
muß er ein Foto machen für ein Buch, das ihr publizieren wollt.
Auch in diesem Fall kann man anstelle der Person A die Person B
nehmen. Man soll sich also hier nicht auf eine bestimmte Person
fixieren. Wenn deren Kommunikationslinie gebrochen ist, dann wird
euer Projekt entsprechend verzögert. Jede Situation, welche die
Herstellung eures Produkts verzögert, sorgt dafür, daß es
über einen längeren Zeitraum euer Produkt nicht auf dem Markt
gibt und daß es somit auf dem Markt nicht verkauft werden kann.
Möglicherweise müßt ihr auf den, der euch die Fotoaufnahme
machen soll, 2 Wochen warten, weil er gerade im Urlaub ist. So
etwas passiert einem ständig, wenn man irgend etwas im
Geschäftsleben erledigt bekommen will. Schaut euch den
Anwendungsaspekt davon an! Vielleicht habt ihr noch nicht alles
davon gesehen!
In eurer persönlichen Kommunikationsabteilung solltet ihr
nicht nur Telefonnummern und Adressen von einem Lieferanten des
Produkts oder der Produkte, die ihr benötigt, haben, sondern
mehrere, vielleicht 3 oder 4. Und wenn ihr das macht, dann könnt
ihr beim Herausbringen eures Produktes nicht gestoppt werden oder
dabei, daß ihr eure Kunden kontaktiert. Damit meine ich nicht
die gelben Seiten des Telefonbuchs. Mit Lieferant meine ich
jemanden, bei dem man schon war. Man hat mit ihnen geredet und
man weiß, daß die liefern können, was man braucht. Und sie
wissen auch, was ihr braucht. Der Zweck davon ist, daß man sich
im Bedarfsfall an sie wenden kann, daß man dort einen
Ansprechpartner hat. Das bedeutet, daß ihr für diese Sachen ein
Archiv haben müßt.
Vorher haben wir darüber gesprochen, daß ihr ein Logbuch
habt, wo ihr die Reihenfolge von Ereignissen, von Zeit, Ort und
was sich ereignet hat, aufzeichnet. Und genauso solltet ihr hier
in dieser Abteilung die entsprechende Liste von Telephon- und
Telefaxnummern oder was auch immer nötig ist, von allen Leuten
haben, die ihr braucht, um gewisse Projekte erledigt zu bekommen.
Und wenn ihr auf Geschäftsreise seid, dann solltet ihr zumindest
eine Kurzfassung der relevanten Daten bei euch haben. Auf diese
Art habt ihr eure Kommunikationslinien immer dabei.
Eine der gebrochenen Kommunikationslinien, die euch
widerfahren kann, ist: Kaum seid ihr außer Haus, könnt ihr
plötzlich, wenn ihr zuhause anruft, niemanden mehr erreichen.
Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse! Das gilt
insbesondere, wenn ihr in bezug auf die erste Unterabteilung die
Regeln nicht befolgt habt, und die Leute nur dann arbeiten, wenn
ihr dabei seid und ihnen über die Schultern schaut. Kaum seid
ihr außer Haus, dann gehen sie plötzlich baden und machen blau.
Ihr müßt eine Menge wissen, um in diesem Spiel überleben zu
können.
Jetzt kommen wir zu Unterabteilung 3, Inspektionen und
Berichte. Das ist auch der Bereich, wo Ethik hineinfällt. Für
euer persönliches Qrgboard heißt das: dort ist das Wissen über
die Ethikzustände. Wir hatten über die Situationen von
Aufwärts- und Abwärtstrend gesprochen und was passieren kann,
wenn man nicht die richtigen Leute gemäß der Emotionsskala
auswählt. Dann kann man sehr leicht einen Abwärtstrend
erhalten. In diesem Bereich von Ethik ist es sehr wichtig, daß
man die Formeln für die Zustände Gefahr und Notlage beherrscht.
Wir haben schon ein bißchen über die Nicht-Existenz-Formel
gesprochen. Das wäre am Anfang, bevor man ein Produkt
vermarktet. Man findet heraus, was von der jeweiligen Zielgruppe
gewünscht und gebraucht wird und was in jenem Bereich als legal
und als illegal gilt. Aber wenn ihr wirklich ein Geschäft am
Laufen habt, dann sind normalerweise diese beiden Zustände
(Gefahr und Notlage) euer Problem. Wenn es also nach unten geht
und irgend etwas wenig oder nicht überlebensfähig ist!
Notlage ist ein leichtes Absinken der Statistiken und Gefahr
wäre ein steiles Abfallen. Strenggenommen ist bei Notlage die
Linie entweder waagrecht oder abfallend, denn eine waagrechte
Kurve bleibt nicht lange waagrecht, sondern geht bald herunter.
Die Formel von Gefahr gilt nicht nur, wenn die Statistiken
runter gehen, sondern auch, wenn irgend jemand fehlt, d.h. es
gibt eine Situation, aber es ist niemand da, um sie zu handhaben.
Wie bei einer gebrochenen Kommunikationslinie! Eine der
Angestellten mußte wegen Bauchschmerzen gerade ins Krankenhaus.
Sie war vielleicht am Empfang. Wir müssen also die Situation
handhaben. Wir müssen irgend jemanden in den Empfang setzen. Und
nachher müssen wir herausfinden, warum sie wegen Bauchschmerzen
ins Krankenhaus mußte.
Vielleicht ist jemand auf niedrigem Emotionsniveau
hereingekommen und hat ihr Süssigkeiten angeboten, die nicht gut
waren. Ihr müßt also diese Zustände sehr gut kennen! Und die
Abhilfe für den Zustand Gefahr ist natürlich, die betreffende
Person zu übergehen und die Situation zu handhaben. Dann muß
der jeweilige Bereich reorganisiert werden, damit sich der
Gefahrenzustand nicht wiederholt. Die unmittelbare Handhabung
könnte sein, daß man selber hingeht und die nächsten Kunden
begrüßt und hereinführt, dann aber gleich jemanden hinsetzt,
der das tun kann. Und ihr müßt die ganze Gefahr in diesem
Bereich in Ordnung bringen, die Bauchschmerzen von der
Empfangsdame und alles, was damit zusammenhängt. Und später
müßt ihr dann die ganzen Ergebnisse eurer Untersuchung
hernehmen und eine Richtlinie entwickeln, die dafür sorgt, daß
diese Situation nicht mehr entstehen kann. Denn es war ein
Zustand, wo es in diesem Bereich abwärts ging.
Um eine feste Richtlinie anzunehmen, muß man natürlich davor
etwas tun - man muß die Situation auswerten. Denn wie ich vorher
schon gesagt habe, alle Policybriefe entstehen aufgrund von
Auswertungen von tatsächlichen Situationen und von der Anwendung
der Datenserien. Es könnte z.B. die Regel gelten, daß wenn die
Empfangsdame aus irgendeinem Grund weg muß, der und der dann
dafür zuständig ist. Er muß sofort einspringen und einem
mitteilen, was passiert ist, damit man nachsehen kann, ob die
Situation in Ordnung kommt.
Und ihr müßt natürlich auch Reserven haben, d.h. ihr müßt
wissen, daß es ein paar andere Leute gibt, die sich schnell
umziehen könnten und als Empfangsdame einspringen könnten. Ihr
müßt sicherstellen, daß dieser Posten dauernd besetzt ist,
denn über den Empfang kommen die Leute herein. Und ihr solltet
sicherstellen, daß die Leute, die ihr als Ersatz für den
Empfang vorgesehen habt, keine Ladung auf Hilfe haben, oberhalb
von 2.0 sind und von jemandem eingestellt wurden, der darauf
achtete, daß sie in Ordnung sind.
Der Zustand Notlage ist nicht ganz so schlimm wie Gefahr. Das
interessante an dem Zustand Notlage ist, daß der erste Punkt
gemäß Ron darin besteht, zu werben. Er sieht die Sache als eine
Statistik, die auf gleicher Ebene bleibt oder leicht nach unten
geht. Es ist nicht ein plötzliches Abfallen, wo man sofort eine
Ursache feststellen kann. Aber das erste, was man hier machen
kann, ist, daß man die Verluste ausgleicht. Normalerweise ging
die Statistik nach oben, aber plötzlich flachte die Statistik
ab. Wenn in der Stunde zuvor z.B. 20 Autos vom Fließband kamen,
und jetzt in der Stunde nur noch 5 herunterkommen, dann ist es
leicht. Man muß sofort eingreifen.
Das erste, was man in Notlage hingegen tun muß, ist, entweder
mündlich oder schriftlich oder wie auch immer irgendeine Art von
Werbung oder Motivation zu entwickeln, die dafür sorgt, daß
sich die Produktion steigert. Während man das tut, kann es sein,
daß man den wirklichen Grund findet, weshalb die Statistik
abgeflacht ist. Es könnte z.B. sein, daß ihr feststellt, daß
irgendein Zulieferbestandteil in der Autofabrik fehlt. Und der
Grund, warum die Fahrzeuge zu langsam vom Fließband kommen,
liegt darin, daß die Lenkräder nur in dieser Menge Zur
Verfügung stehen. Und wenn ihr dann nachforscht, stellt ihr
vielleicht fest, daß der Lastwagenfahrer, der die Zulieferteile
bringen sollte, Magenschmerzen hat und ins Krankenhaus mußte.
Und dann müßtet ihr z.B. als Abhilfe den Zulieferer anrufen und
sagen: "Okay, wir zahlen euch zusätzlich tausend Franken.
Ihr leiht euch jetzt sofort einen Ersatz LKW aus und bringt uns
die entsprechenden Lenkräder, damit unsere Produktion nicht in
Mitleidenschaft gezogen wird." Oder falls derjenige, der ins
Krankenhaus mußte, dabei nicht das Fahrzeug beschädigt hat,
dann braucht man nur einen Ersatzfahrer zu finden. Den muß man
entsprechend motivieren. Man könnte ihm einen Zuschlag
versprechen, wenn er den LKW so schnell wie möglich hierher
bringt.
Wenn ihr, was häufig der Fall ist, die Ursachen nicht so
genau feststellen könnt, aber merkt, die Kunden bleiben aus,
dann solltet ihr nicht hergehen und irgendwelche Begründungen
dafür ausdenken, nach dem Motto: "Heute abend ist ein
Fussballspiel. Da bleiben sie alle zuhause, um sich die
Weltmeisterschaft am Fernsehen anzusehen." Dann schnappt
euch ein paar Leute, die bei den potentiellen Kunden anrufen und
sagen: "Wir haben ein Sonderangebot heute! Kauft 5 Stück
mehr, und ihr bekommt eine Tasse Kaffee und eine Freikarte für
das Fussballspiel!" Das Produkt, das ihr verkauft, kostet
vielleicht 1000 Pfund und die Eintrittskarte kostet 5 Pfund. Es
lohnt sich!
Während ihr die Aktion macht, findet ihr vielleicht die
wirkliche Ursache heraus, warum die Kunden weggeblieben sind. Es
könnte etwas mit "Inspektion und Berichte" (=
Unterabteilung 3) zu tun haben. Denn es könnte sein, das ihr in
eurer Organisation oder auf euren Kommunikationslinien eine
Dritte Partei habt. Es könnte sein, daß die Konkurrenzfirma,
z.B. Audi, jemanden herübergeschickt hat, der folgendes Gerücht
in Umlauf gebracht hat: "Die Mercedes in diesem Jahr sind
ganz mies. Unsere Autos sind viel besser!" Oder es könnte
sein, daß irgendein Unterdrücker eure Mitarbeiter abwertet und
sagt: "Wißt ihr übrigens, daß es dieses Jahr kein
Weihnachtsgeld gibt!-" oder "Ich habe gehört, daß 10
Prozent der Mitarbeiter entlassen werden sollen, und euere Namen
habe ich auch auf der Liste gesehen!" Es könnte sein, daß
einige eurer Mitarbeiter deswegen Achterbahn fahren, denn sie
denken sich: "Warum soll ich mich hier noch anstrengen, wenn
ich ohnehin entlassen werde?" Das paßt alles zusammen. Wenn
man mit den Spielern zu diesem Zeitpunkt in diesem Spiel zu tun
hat, dann können all diese Situationen vorkommen.
Die Reihenfolge der Wichtigkeit, wie sich eine der drei
Situationen auf euer Geschäft auswirken kann, ist folgende: PTS
ist der geringste Störeffekt. Ein SP kann mehr Schaden
anrichten, und Dritte Partei ist das, was sich am stärksten und
unmittelbarsten auswirken kann.
Denn PTS ist nur Achterbahn fahren. Es geht rauf und dann
wieder runter. Den Leuten geht es gut, wenn Theta da ist. Wenn
Entheta da ist, dann liefert derjenige schlechte Leistungen. Man
kann diese Leute dadurch handhaben, daß man in ihren Bereich
mehr Theta steckt, damit es ihnen wieder besser geht. Man findet
heraus, wer sie abwertet, so daß es bei ihnen heruntergeht, und
dann findet man den SP. Wenn einer der Mitarbeiter sagt:
"Der Chef hat mir heute morgen eine Zulage gegeben!",
wird der SP kommen und sagen: "Ja, das liegt daran, weil ich
deinen Namen auf der Liste gesehen habe. Du wirst nämlich
nächste Woche entlassen!" Diese PTS-Personen sind
natürlich nicht sehr stabil. Die bekommen das eine stabile Datum
von der Sonderzahlung, und schon geht's mit ihnen aufwärts. Dann
kommt eine Abwertung, und runter geht's.
Warum ist die Dritte Partei das schlimmste von den dreien?
Warum hat es die schlimmste Auswirkung auf euer Geschäft? Die
Ursache dafür ist, daß die Dritte Partei auf einer Basis
arbeitet, wo sie zwei fähige Thetans nimmt, also zwei, die beide
oberhalb von 2.0 sind, und sie gegeneinander ausspielt. Das
bewirkt, daß die Leute ihre Energien dafür verbrauchen, sich
gegenseitig zu bekämpfen, anstatt gemeinsam für das Ziel der
Firma zu arbeiten. Und weil es sich hier um zwei stabile und
fähige Leute handelt, hat man in demselben Moment ihre
Dienstleistung für die Firma verloren. Der Bereich, für den sie
zuständig waren, wird jetzt vernachlässigt, weil sie einen
Privatkrieg führen. Und die beiden finden die Ursache nicht
heraus, weil der eine irgendwelche Informationen über den
anderen erhalten hat und der andere über den einen. Dann
bekämpfen sie sich und keiner weiß, daß eine Dritte Partei am
Werk war. Das kann den weitaus schlimmsten Effekt auf eure Firma
haben.
Man sieht das oft in Firmen, wo man die Arbeiter gegen die
Firmenführung aufgehetzt hat. In der Schweiz ist das nicht so
ausgeprägt, aber in vielen anderen Ländern ist das sehr stark
vorhanden. Es besteht ein richtiger Klassenkampf zwischen den
Arbeitern und der Firmenführung, als ob das Konkurrenten von
verschiedenen Firmen wären. In Wirklichkeit sind das eine die
Führungskräfte und das andere die Mitarbeiter ein und derselben
Firma. Sie sind alle Teil desselben Orgboard und sollten
eigentlich zusammen arbeiten. Meistens gehen diese Dritten
Parteien so vor, daß sie sich einen aus dem Top-Management und
den Führer der Gewerkschaft oder des Betriebsrats aussuchen und
die beiden gegeneinander aufhetzen. Normalerweise steckt ein
entsprechendes Motiv dahinter, Geld oder Macht oder so etwas. Und
manche Firmen reagieren darauf mit einer
"Gegen-Dritte-Partei", indem sie von vornherein einen
Schiedsrichter einsetzen, der jedesmal, wenn es Streit zwischen
Arbeitern und Management gibt, einschreiten muß. Das kann ein
Rechtsanwalt, ein ehemaliger Arbeiter oder ein ehemaliger Manager
der Firma sein, der heute ausserhalb dieses Spiels steht. Ist
dieser Schiedsrichter gut, verhält er sich unparteiisch und
verbindet er sich mit keiner der beiden Seiten, sondern
beobachtet das Ganze wirklich neutral, dann kann er aufgrund
seiner Sachkenntnis herausfinden, was da übereinander erzählt
worden ist und was die Ursachen sind. Er muß genügend wissen,
um die Wahrheit oder Unwahrheit von Dingen herauszufinden und um
die Sache in Ordnung zu bringen.
Es könnte z.B. sein, daß den Arbeitern erzählt worden ist,
daß 10 Prozent entlassen werden sollen. Und die fordern jetzt,
daß niemand entlassen werden darf und daß sie eine
Gehaltserhöhung erhalten. Und das Management sagt vielleicht:
"Wir können euch nicht mehr Gehalt zahlen, denn wir haben
jetzt schon zuviel Krankenhausunkosten, weil der LKW-Fahrer und
die Empfangsdame diese Woche ins Krankenhaus mußten."
Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man jemanden, der geschult
ist, Auswertungen zu machen, rufen. In der Situation gibt es zu
viele OutPoints.
Kommen wir zur Abteilung 2. Normalerweise befindet sich in
Abteilung 2 das Zentralarchiv, also nicht nur die Adressen der
Lieferanten und Kunden, sondern die wirklichen Briefe und
Geschäftskorrespondenz, die abgelegt wurde. Dort könnten auch
die geschichtlichen Aufzeichnungen der Firma, z.B. alte
Logbücher etc. aufbewahrt werden. Oder dort könnte auch eine
Bücherei sein, wo man etwas nachschlagen kann. Diese Abteilung
könnte auch dafür zuständig sein, daß die Gegenleistungen
für das Produkt, also Zahlungen, eingetrieben werden. Gemeint
ist hier das Eintreiben von Geldern, bevor sie die Zahlungsfrist
überschritten haben. Wenn das der Fall ist, dann geht es in die
Inkasso Abteilung.
Normalerweise sind in Abteilung 2 die Leute, die die
Korrespondenz für die Firma erledigen. Sie haben Zugriff zu den
Akten. Sie wissen, was die Firma produziert und können
dementsprechend den Leuten schreiben und Dinge regeln. Sie
könnten ihnen Prospekte über die neuen Modelle schicken oder so
etwas. Da handelt es sich also um Kunden, von denen man Namen und
Adressen schon kennt. Das sind z.B. die Leute, die schon euer
Auto, das ihr produziert, gekauft haben. Ihr seid mit diesen
Leuten schon im Geschäft.
Wißt ihr, daß in den meisten Firmen diese Abteilung am
stärksten vernachlässigt wird? Schaut euch zum Beispiel euer
Lebensmittelgeschäft an. Ihr geht rein und kauft dort etwas. Ihr
geht dort sehr häufig rein und raus. Niemand fragt euch je nach
eurem Namen oder sonst etwas. Das gleiche gilt für Restaurants,
Bars und Einkaufszentren. Diese Geschäfte wissen in der Regel
nie, wer ihre Kunden sind. Wenn sie jemals einen Abwärtstrend
erleben, würden sie nie herausfinden, woran es liegt. Sie wissen
nicht einmal, wen man fragen müßte, um das herauszufinden. Wenn
sie je eine Werbeaktion veranstalten wollten, um ihr Einkommen
wieder zu steigern, wüßten sie gar nicht, wen sie anrufen
sollten. Vielleicht haben die Leute das Gefühl, daß die Kunden
sich sträuben würden, ihren Namen und ihre Adresse zu
hinterlassen, wenn sie dort etwas einkaufen. Aber es muß ja
nicht so aufgezwungen sein. Man könnte ja z.B. sagen: "Wenn
wir gewisse Sonderaktionen machen, etwas besonders Attraktives
anzubieten haben, und sie hinterlassen uns ihre Anschrift, dann
können wir sie entsprechend informieren."
Ich notiere hier die drei Bereiche. Das eine ist die
Handhabung der Kunden, das andere wäre Briefkorrespondenz,
Zentralarchivablagen und der dritte wären Broschüren über
Produkte und Dienstleistungen, die man hat. Es geht hier also um
die Verkaufsunterstützung. Das, was einem ermöglicht, an Leute,
deren Adressen man bereits hat, zu verkaufen. In den meisten
Firmen wird dieser Bereich sehr vernachlässigt. Die
Versicherungen wissen es, die Banken wissen es und die großen
Autofirmen wissen es auch. Frage aus dem Publikum: "Hat sich
das Problem heute nicht durch die ganzen Kreditkarten
gelöst?"
Das ist nichts, was den Geschäften hilft. Sie müssen
höchstens dafür zahlen, daß die Kunden dort mit Kreditkarten
einkaufen. Und das ist der Grund, weshalb man bei manchen
Geschäften mehr zahlen muß, wenn man mit Kreditkarte kauft. Bei
Tankstellen in Amerika ist es ganz kraß. Und den Hauptvorteil
aus diesem System ziehen nur die Kreditkartenorganisationen
selbst, denn sie haben die Unterlagen. Die Firmen bekommen diese
nicht unbedingt.
Das wichtigste für diese Abteilung ist, daß sie
herausfinden, wie zufrieden die Kunden sind, und aufgrund dieser
Zufriedenheit ein Nachgeschäft machen. Wenn man die Adressen und
Namen der Kunden gar nicht kennt, kann man das schlecht
herausfinden.
Und die beste Werbung ist erstens die Zufriedenheit aufgrund
der Ergebnisse, die bei Produkten oder Dienstleistungen erreicht
wurden und zweitens die Mund-zu-Mund-Werbung, die von zufriedenen
Leuten an andere weitergegeben wird. Die beste Art der Werbung
ist nicht Fernseh- oder Zeitschriftenwerbung. Sie besteht auch
nicht darin, daß man den Leuten tonnenweise Wurfsendungen
reinschmeißt, sondern es ist wirklich Mund-zu-Mund-Werbung. Gute
Ergebnisse und die Mund-zu-Mund-Werbung von Leuten, die gute
Ergebnisse erzielt haben, ist die beste Reklame. Das ist die
beste Reklame und auch diejenige, die die stabilsten Ergebnisse
zeigt. Wir kommen nachher noch zur Abteilung 6.
Aber wißt ihr, daß man Millionen von Dollars für
Femsehwerbung und alle möglichen Arten von Werbung ausgibt und
schon zufrieden ist, wenn man zwischen 2 und 5 Prozent Reaktionen
bekommt? Das ist ein ziemlich teurer Spaß! Einige der
Werbebudgets von Firmen belaufen sich heutzutage auf ungeheure
Summen in Millionenhöhe. Und sie machen es oft deshalb, weil sie
keine Abteilung 2 haben und weil sie am Anfang nicht die nötigen
Umfragen gemacht haben, um ihre Zielgruppe und deren Bedürfnisse
genau festzulegen. Anstatt also diese Umfragen und Untersuchungen
zu machen und dann ganz gezielte Werbung daraufhin zu machen,
stellen sie eine Status-orientierte Werbeagentur ein, die ihnen
die Werbeaktion verkauft, die gerade schick oder in ist. So nach
dem Motto: "In diesem Monat ist es total in, daß man sein
Produkt über sprechende Tiere verkauft." Im nächsten Monat
heißt es vielleicht: "Diesen Monat muß die Werbung mit
hübschen Mädchen im Badeanzug gemacht werden." Im
folgenden Monat sagen sie: "Jetzt ist es in Mode, daß man
mit Wortspielen die Werbung macht." Oder im nächsten Monat
muß mit Trickfilmen geworben werden. Im Monat darauf ist der
neueste Werbegag, mit irgendwelchen Raumfahrttricks zu arbeiten.
Das Produkt muß von irgendeinem fernen Planeten hereinkommen und
in einem Nebel explodieren.
Diese ganzen Aktionen haben weder mit dem tatsächlichen
Produkt zu tun oder mit der Dienstleistung, die man geben will,
noch mit den Bedürfnissen des Kundenkreises, den man ansprechen
möchte. Das führt zwar zu ganz interessanten Anzeigen, z.T.
sehr klugen und gerissenen. Aber wenn man sich einmal überlegt,
wieviele dieser Produkte man wirklich kauft, dann stellt man oft
fest, daß man sich für gar keines davon interessiert. Man
müßte mal eine Umfrage machen, wie die Leute wirklich auf diese
superschicken Anzeigen reagieren. Es hat wahrscheinlich mit der
Emotionsskala zu tun. Vielleicht reagieren einige Leute, die weit
unten sind, recht gut auf diese Anzeigen. Aber wenn diese Leute
so fremdbestimmt sind und so leicht Effekt sind, dann könnte man
genauso gut die Werbung vereinfachen und irgendeine autoritäre
Person von der Implanterseite, z.B. einen Psychiater, auftreten
lassen, der den Leuten sagt: "Kauft dieses Produkt! Es ist
ganz in eurem Interesse. Ich sage das so!" Das würde
vielleicht viele Leute, die auf der Stufe von hypnotischer
Beeinflussung sind, sehr beeindrucken.